Archiv der Kategorie: Tipps

Klettern und Hangeln im Boulderkosmos Leipzig

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Klettern auf hohem Niveau kann man erleben, wenn Wettbewerbe im neuen Boulderkosmos im Leipziger Westen, in der Erich-Zeigner-Allee ausgetragen werden, so wie letzten Sommer zur Eröffnung. Da scheint die Schwerkraft außer Dienst. Ich konnte mich nur über die wagemutigen jungen Leute wundern. Wer sich selbst versuchen und vervollkommnen will, der kann das jederzeit tun. Regelmäßige Öffnungszeiten

Montag bis Sonntag
von 10:00 Uhr bis 23:00 Uhr
Feiertage
von 10:00 Uhr bis 23:00 Uhr,

verschiedene Kurse und Trainingsangebote, eine nette Gastronomie und muntere Musik machen den Besuch zum Erlebnis. Auch für Kinder gibt es tolle Angebote, z.B. eine betreute Geburtstagsfeier mit viel Spiel und Bewegung im separaten Kinderreich.

Tohuwabohu

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Das ist der Name der aktuellen Ausstellung der Leipziger Künstlerin Daniela Hussel. Es handelt sich um „Eine Bildinszenierung“, Malerei und Graphik, auch Schmuck und Objekte!

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Blick in die Ausstellung

Die umtriebige Künstlerin hatte mir im Interview 2014 schon Auskünfte über ihre Arbeit gegeben. Sie arbeitet mit Schülern in Schulprojekten, bietet Workshops und Weiterbildungen an und arbeitet natürlich auch an eigenen Werken, die sich nicht auf Malerei allein beschränken. Na, neugierig geworden?

Ausstellung im Mischhaus Leipzig, Breslauer Str.37 in 04299 Leipzig noch zu sehen bis zum 22.06.

Zur Finissage am 22.06. ab 18,00 Uhr können sogar einzelne Werke ersteigert werden!

Fotos von Daniela Hussel

 

 

 

Schätze der Welt

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Ja, die Schätze der Welt sind in Leipzig das ganze Jahr über zu besichtigen, zum Beispiel im Grassi-Museum. Das ist mein persönliches Lieblingsmuseum in Leipzig.

Hier passen die einzelnen Abteilungen: Museum für angewandte Kunst,  das Museum für Völkerkunde und das Musikinstrumenten-Museum allein schon in einen erlebnisreichen Tag. Aber manchmal kann man sich auch einen Schatz genauer ansehen, in die Hände nehmen und sogar kaufen! Das geht beim Grassi-Markt oder zur Grassi-Messe und den Designer`s Open. Der Markt am 13.September bot dann auch noch zusätzlich ein Familien-Fest mit interessanten Speisen, Musik und Mitmach-Angeboten. Hier gibt es einige schöne Exponate aus der Dauerausstellung des Museums für angewandte Kunst. Fotos zum Museum für Musikinstrumente sind auch im Artikel über das Musikfest im Grassi hier zu sehen.

letzte wilde Orte in Connewitz

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IMG_2251_wDie Entdeckungstour durch das wilde Connewitz war ja im Kronen-Park noch gar nicht zu Ende! Es warteten weitere Überraschungen, die man im Vorbeifahren gar nicht wahrnimmt. Jedenfalls mir ging das so. Den wilden Flecken auf der gegenüberliegnden Seite der Wolfgang Heinze-Straße /vis a vis des heutigen asiatischen Restaurants imKronen-Bräu-Haus hatte ich bisher nur als Brache auf einem Trümmergundstück wahrgenommen. Dieser Ort ist aber von vielen Gärtnern behutsam in Besitz genommen worden. Hier wachsen nicht nur wilde Sträucher und Unkraut sondern hinter verwunschenen Wegen findet man Hochbeete mit verschiedensten Gemüsesorten. Es gibt tragende Obstbäume, ein Insekten-Hotel, einen Fußpfad zum Erkunden von Naur-Mateialien, einen schön angelegten Grill- und Versammlungsplatz und natürich Geräteschuppen, Gewächshaus, die Herzchenbude… Extra für diese Besichtigung hatte sich ein junger Mann vom BUND  Zeit genommen und uns herumgeführt. Er erzählte von der vorübergehenden Einigung mit dem Grundstückseigner, der keinen Parkplatz da haben wollte und die Gärtner in ihrem Tun interessant findet. Sicher geht das zu Ende, wenn das Grundsück als Baugrundstück wieder einen guten Preis erzielen kann. Bei dem derzeitigen Bevölkerungswachtum in Leipzig könnte das schon bald der Fall sein. Wer noch mitgärtnern und Verantwortung übernehmen will, melde sich hier: Regionalgruppe BUND: kontakt@bund-leipzig.de oder 0341/ 3065395

Dannach ging es wieder auf die Straße und zum letzten schönen Stückchen Grün, des Tages: dem Leopold-Park an der namensgebenden Leopoldstraße. Hier stand früher die Villa und einige Gebäude von Gurken-Henze. Später wurde ein schön gestalteter öffentlicher Park daraus (ganz bestimmt auch mit öffentliche Mitteln), der mit seinem alten Baumbestand als Oase für Ruhesuchende gern angenommen wird. Einer der Teilnehner erzählte aber, dass es für dieses Areal schon neue Eigentumsverhältnisse und Bebauungabsichten gibt. Als Parkretter.de hat sich eine Guppe zusammengefunden, die in Zukunft besser darauf achten will, dass öffentliche Parks nicht einfach in private Hände und zur Bebauung freigegeben werden, denn das geschieht ja immer ohne das Licht und die Zustimmung der Öffentlichkeit. Erst wenn Bagger anrücken und Bäume gefällt werden, wird das publik. Aber dann ist ja rein juristisch leider nichts mehr zu machen. Daher lohnt es sich, die vorhandenen Parks zu „bewachen“, was heißt Pettionen zu verfassen, Anfragen an die Stadtverwaltung zu stellen und die öffentlichen Interessen und besonders die der Anwohner und Nutzer in die Waagschale zu werfen. Dafür ist jeder gefragt, der nicht einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden will!

Der ansonsten sehr eng bewohnte Stadtteil Connewitz hat seinen Namen übrigens von der Pferdeweide, die einst hier vor den Toren der Stadt war.

Der Abend nahm noch lange kein Ende, denn so viele Themen mußten noch diskutiert werden, nämlich: Wie können sich die Bürger mehr einbringen, damit nicht die letzten Grünflächen im Stadtteil verkauft werden und verschwinden? Wie kann eine Mitsprache bei Bebauungsplänen erreicht werden? Wie können Flüchtlinge menschenwürdig im Wohngebiet untergebracht werden? Dazu wurde die Initiative „Connewitz für Geflüchtete“ gegründet. Um all dies zu besprechen war der Garten des „Black Label“ genau richtig, solange die donnernden Gewitterwolken sich noch nicht entleerten, aber dafür gab es ja dann noch die Innenräume des Pubs.

Spannender Tag, spannende Geschichten und viele Angebote, sich einzumischen und mitzugestalten! Weitere Führungen mit Diana, auch in anderen Stadtteilen gibt es  unter: http://leipziger-stadtteilexpeditionen.de

 

Wilde Orte in Connewitz III

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Die geführte Tour durch das wilde Connewitz war so vielfältig, daß es mir sinnvoll erscheint, sie in mehrere Etappen zu unterteilen. Wir waren also am Kreuz, im KIMG_2199_wirschgarten und im Kino UT-Connewitz. Danach ging es die Wolfgang-Heinze-Straße stadtauswärts, vorbei an belebten Freisitzen bis zum Herderplatz. Da stand bis zum zweiten Weltkrieg die Herder-Schule. Auf dem Fundament entstand ein Park und später ein Spielplatz, der auch ein beliebter Treffpunkt wilder und bunter Jugendlicher ist und daher von Anwohnern und der Polizei ständig überwacht wird. Ob das nötig ist? Offensichtlich schürt es den Widerspruchsgeist der so observierten, die sich gegen den Generalverdacht auf nicht gerade sanfte Weise zur Wehr setzen. So entstehen Gewaltspiralen. Mehr Überwachung scheint mir keinesfalls das richtige Mittel für vertrauensvolles Miteinander in der Nachbarschaft.

Über stille Wege, vorbei an neuen Wohnhäusern kommen wir an einem weiteren grünen Platz vorbei und steigen die Treppe hinab zum „Kronen-Garten“. Das war früher der Garten der Brauerei Krone mit Freisitzen und einem ordentlichen Ballhaus zum Schwof. In den wilden Wendezeiten fanden in den übrig gebliebenen Mauern die ersten Techno-Partys statt. Hier ist also der Ursprungsort der bis heute legendären Distillery, die immer mal wieder auch vom heutigen Standort in der Kurt-Eisner-Straße vertrieben werden soll. Diana spielt ein Tondokument vor: eine damalige Besucherin erinnert sich an die Gepflogenheiten des Etablissements und an die Tricks, mit denen man den Einlass-Hünen überlisten konnte. Heute sind nicht mal mehr Grundmauern zu sehen. Der Park ist wild und schön, fast ein bisschen verwunschen.

Fortsetzung folgt!

Ästhetik des Banalen

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IMAG0129._wjpgDiese Kunstausstellung im Hermelinhaus in der Nikolaistrasse 79 im Zentrum von Leipzig vereint Installationen, Objekte, Malerei und Fotografie von Willem Besselink, Werner Fricke, Ricarda Hoop, Eberhard Klauß, Bertram Kober, Wibke Rahn, Frederike Warneke wurde am Samstag eröffnet. Bis einschließlich 20. September finden immer wieder Führungen statt. Es handelt sich dabei um Industriebauten, das Leben fotografierender Bergarbeiter, um Uhren in Produktionshallen, neue Verwendungformen für alte Fahrradschläiuche, Stuckmodelle, neue Häuser an Stellen, wo früher Tagebaue und heute Seen sind, Dekorationen aus alten Häusern oder Hochspannungmasten und Radiostationen auf der ganzen Welt. Der Verein für Industriekultur Leipzig e.V. veranstaltet auch das Forum „Lebensraum Stadt“ und den 3.Tag der Industriekultur , der eigentlich mehrere Tage unfasst und vom 3.-6.September viele interessante Einblicke in funktionierende Industrie- und Handwerksbetriebe, in Baudenkmale, umgenutzte Industriearchitektur und in die Geschichten dahinter ermöglicht. Das komplette Programm gibt es hier: www.industriekultur-leipzig.de. Ich werde einige Veranstaltungen als Fotografin begleiten.

Führungen durch die Ausstellung: 06.09., 11.09., 12.09., 13.09. jeweils 11,30 Uhr

Kunst im Osten

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IMAG1735Gemeint ist damit der ganz nahe Osten, nämlich der von Leipzig. Da war in der ersten Juli-Woche das Kunstfest Neustadt anberaumt. Einbezogen war der Raum um den Neustädter Markt, mit den vielen Nebenstrassen, Plätzen, Wohnprojekten und Gärten bis zur Eisenbahnstrasse und zum Rabet und bis hin zum Bühlow-Viertel. Mehrere Veranstaltungsorte, die in diesem Bereich liegen waren Ankerpunkte und Mitgestalter. Ausstellungen in der Heilig-Kreuz-Kirche, im Pöge- Haus, im Haus 27 und im Raum Weisz in der Ida-Strasse, sowie Mitmach-Angebote, Diskussionen, Film- Vorführungen, Partys und Rundgänge gehörten zum umfangreichen Programmm. Mit der Frage“ Wer ist die Stadt?“ setzten sich Künstler und Studenten vom Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig mit ganz verschiedenen Mitteln auseinander. Die künstlerischen Arbeiten drehten sich um Erinnerungen und Erinnerungskultur und waren den Unsichtbaren dieser Stadt gewidmet. Über den Audiowalk „Sehnsucht Eisenbahnstrasse“ von Diana Wesser habe ich schon berichtet. Die Egebnisse der studentischen Arbeit waren auf drei Etagen in einem der letzten unsanierten Häuser der Gegend, dem Haus 27 der Schulze-Delitzsch-Strasse mit der Pilotenküche  in vormals bewohnten Räumen zu erleben. In einem völlig dunklen Raum hörte man einen fremd anmutenden Gesang. Hier ließ Melanie Piroschik jemanden ein Liebeslied singen.“The sound og Memory-Wie klingt Heimat?“. Ein anderer Raum empfing den Besucher als mit weißen Tüchern verhängtes Labyrinth, das Raum für eigene Erinneringen geben sollte. Fotografien von Carmen Loch zeigten Menschen in ihren Wohnräumen ausschließlich in der Rückenansicht. Ziel der Fotografin war, diese Menschen und ihr Umfeld kennezulernen. IMAG1607IMAG1608IMAG1603

Ein Memory der Fähigkeiten deckte Menschen mit unterschiedlichen Begabungen, die nicht sofort als Beruf verwertbar sind, auf. Die Pinnwand forderte Besucher auf, sich mit ihren Fähigkeiten anzubieten oder nach Hilfe zu suchen.IMAG1568 IMAG1569IMAG1566

Die Wintergarten Lichtspiele, eins von mehreren Kinos, die sich füher in der Eisenbahnstrasse befanden, wurde von Vera  Maria Numberger und Eva-Maria Schneider wachgeküßt. Sie sammelten Erinnerungen, Fotos und Filme, die im engeren und weiteren Sinne damit zu tun hatten, zeigten Fotos und  stellten ein Filmprogramm zusammen, das fast am ehemaligen Standort des Lichtspielhauses auf dem Parkplatz  mit Live-Musik und Bier am Samstag abend gezeigt wurde. Die Kino-Vorführung am lauen Sommerabend machte den Ort wieder lebendig und zum Ort der Begegnungen verschiedener Generationen. Auch ich konnte ein paar Fotos und Anekdoten dazu beisteuern, war ich doch eine kurze Zeit Mitte der 1980er Jahre vertretungsweise Theaterleiterin in diesem Haus. IMAG1555IMAG1550IMAG1575

Milena Sebastian erforschte die Vergangenheit der Konditorei -Familie- Höhne, zeigte Werkzeuge und Handbücher des alten Konditoreihandwerks und bot die ganze Woche Veranstaltungen rund um Backen und Schlemmerei in dem verwaisten IMAG1592Geschäft in der Hermann-Liebmann-Str.93 an.  IMAG1595IMAG1593

Es gab Raum-Manipulationen und-Illusionen, Auseinandersetzungen mit Bildern und Farben, mit Schattenrissen von Inventar wurde experimentiert. Die Vielfalt lässt sich im Nachhinein gar nicht ausführlich beschreiben.

Elisabeth Würzl beschäftigte sich mit Denkmalen, die zu geronnener Erinnerung geworden sind und nun so im öffentlichen Raum an verschiedene Ereignisse und ihren Umgang damit gemahnen.IMAG1667

Für eine Erkundung des Viertels konnte man sich ein Tablet mit Videobeiträgen und Kopfhörer von dreri jungen Frauen ausleihen und losspazieren. Geschichten und Erinnerungen aus der Gegend unter dem Titel „Ich sehe ich höre“ wurden so im neuen Medium lebendig . Auch das habe ich ausprobiert. IMAG1578 IMAG1579 So macht Entdecken Spaß! Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Leute aus dem Viertel, aus der ganzen Stadt und von mir aus auch aus der ganzen Welt so die Stadt und ein Viertel kennenlernen, das zu Unrecht mal als langweilig, mal als kriminell oder gefährlich gilt. Ich habe einen bunten, spannenden und sehr lebendigen Osten kennengelernt! Danke!