Archiv der Kategorie: Kultur.-Tipp

Krimi-Lesung rund um´s Essen „Wohl bekomms´s!“

Standard

Krimi-Lesung

Während der Buchmesse und im Rahmen von „Leipzig liest“ bot dieses Jahr die artKapella ein besonderes Programm an, das Bestandteil des sehr umfangreichen Lese-Angebotes war. Unter dem Titel „Wohl bekomm´s“ lasen vier  Krimiautorinnen aus ihren Werken, die sich alle um Essbares drehten.

Swenja Karsten erschlug Pudding-Feinde mit der Bratpfanne, Martina Arnold killte Hamster im Namen der Wissenschaft, Annette Schwohl ließ Liebe und Tod durch den Magen gehen und Regine Röder-Ensikat begrub Leichen unter dem Klavier in ihrer Geschichte. Die Krimigeschichten waren gut ausgewählt, kurz und kurzweilig mit schönen und unerwarteten Wendungen. Immer ging es um Diverse Beziehungsprobleme, die dann mit kreativen Lösungen beendet wurden. Dazu und dazwischen bot die Leipziger Pianistin und Sängerin Diana Tobien die perfekte musikalische Umrahmung und Ergänzung mit ihren gefährlich guten Songs. Am Ende der Lesung erwartete die zahlreichen Besucher noch ein speziell für diesen Abend zusammengestelltes Mörderinnen-Buffett. Es gab grüne Giftschnitten, rote Grütze, Pudding, Blutfinger und weitere kleine genießbare Boshaftigkeiten und Köstlichkeiten, in denen sich die vorher gehörten Gegebenheiten wiederfanden. Am Büchertisch konnten die vorgestellten Bücher erworben werden.

 

Das war ein sehr gelungener Abend und wir beabsichtigen eine Wiederholung in abgewandelter Form in der Vor-Weihnachtszeit.Da soll es um Morde unterm Tannenbaum und ähnliche Liebenswürdigkeiten gehen. Wir sind schon bei der Vorbereitung.

Advertisements

neuer Boulder-Kosmos in Leipzig

Standard

 

IMAG1407

Noch wird emsig gebaut, geschraubt und gemalert in der großen Halle auf dem Werksgelände der ehemaligen Buntgarnwerke in Plagwitz. Hier liegt ein neues Freizeitparadies in den letzten Zügen seiner Entstehung! Die hölzernen Objekte erinnern an Eisschollen und unbezwingbare Gebirge. Und das ist auch Absicht. Hier wird in Kürze geklettert und rumgetobt. Bouldern nennt sich der Klettersport, der im erdnahen Bereich stattfindet. Das heißt, man kann immer noch abspringen auf die weichen Matten, die überall ausgelegt sind. Über die Regeln dieser Sportart bin ich nicht so recht auskunftsfähig. Aber die jungen Männer, die sich dieses tolle Projekt ausgedacht haben und mit viel Energie, Eigenleistung und Unterstützung vieler (Crowdfunding) zielstrebig in die Tat umgesetzt haben, die wissen es genau! Kilian, Sebastian und Leo sind selbst diesem Sport verfallen und haben auf alle nötigen Details geachtet. Es gibt einen riesigen Trainingbereich, Clubräume, einen Kinderbereich mit einem echten! Kletterbaum, der mühsam herangeschleppt wurde, Sanitärräume, einen gemütlichen Aufenthaltsbereich.

Am 30.07. ist die Eröffnung! Es gibt einen Eröffnungswettkampf., für den ab 10. 07. Anmeldungen entgegengenommen werden.

Bitte kommt alle selbst mit Kind und Kegel und nehmt dieses Kletterparadies in Besitz!

wo? Erich-Zeigner-Allee 64c

Kunst-Rundgang

Standard

Im September war viel los. Hier noch ein paar Schnappschüsse vom Spinnerei- Rundgang am 12.09. Dabei interessiert mich nicht nur die Kunst und das was manchmal als solche verkauft wird, sondern auch das ganze Trara ringsum, die verschiedenen Leute, wie sie angeputzt sind und sich bewegen. Großes Kino und in jedem Fall ein Kulturerlebnis für alle Sinne:

Schätze der Welt

Standard

IMAG0380

Ja, die Schätze der Welt sind in Leipzig das ganze Jahr über zu besichtigen, zum Beispiel im Grassi-Museum. Das ist mein persönliches Lieblingsmuseum in Leipzig.

Hier passen die einzelnen Abteilungen: Museum für angewandte Kunst,  das Museum für Völkerkunde und das Musikinstrumenten-Museum allein schon in einen erlebnisreichen Tag. Aber manchmal kann man sich auch einen Schatz genauer ansehen, in die Hände nehmen und sogar kaufen! Das geht beim Grassi-Markt oder zur Grassi-Messe und den Designer`s Open. Der Markt am 13.September bot dann auch noch zusätzlich ein Familien-Fest mit interessanten Speisen, Musik und Mitmach-Angeboten. Hier gibt es einige schöne Exponate aus der Dauerausstellung des Museums für angewandte Kunst. Fotos zum Museum für Musikinstrumente sind auch im Artikel über das Musikfest im Grassi hier zu sehen.

letzte wilde Orte in Connewitz

Standard

IMG_2251_wDie Entdeckungstour durch das wilde Connewitz war ja im Kronen-Park noch gar nicht zu Ende! Es warteten weitere Überraschungen, die man im Vorbeifahren gar nicht wahrnimmt. Jedenfalls mir ging das so. Den wilden Flecken auf der gegenüberliegnden Seite der Wolfgang Heinze-Straße /vis a vis des heutigen asiatischen Restaurants imKronen-Bräu-Haus hatte ich bisher nur als Brache auf einem Trümmergundstück wahrgenommen. Dieser Ort ist aber von vielen Gärtnern behutsam in Besitz genommen worden. Hier wachsen nicht nur wilde Sträucher und Unkraut sondern hinter verwunschenen Wegen findet man Hochbeete mit verschiedensten Gemüsesorten. Es gibt tragende Obstbäume, ein Insekten-Hotel, einen Fußpfad zum Erkunden von Naur-Mateialien, einen schön angelegten Grill- und Versammlungsplatz und natürich Geräteschuppen, Gewächshaus, die Herzchenbude… Extra für diese Besichtigung hatte sich ein junger Mann vom BUND  Zeit genommen und uns herumgeführt. Er erzählte von der vorübergehenden Einigung mit dem Grundstückseigner, der keinen Parkplatz da haben wollte und die Gärtner in ihrem Tun interessant findet. Sicher geht das zu Ende, wenn das Grundsück als Baugrundstück wieder einen guten Preis erzielen kann. Bei dem derzeitigen Bevölkerungswachtum in Leipzig könnte das schon bald der Fall sein. Wer noch mitgärtnern und Verantwortung übernehmen will, melde sich hier: Regionalgruppe BUND: kontakt@bund-leipzig.de oder 0341/ 3065395

Dannach ging es wieder auf die Straße und zum letzten schönen Stückchen Grün, des Tages: dem Leopold-Park an der namensgebenden Leopoldstraße. Hier stand früher die Villa und einige Gebäude von Gurken-Henze. Später wurde ein schön gestalteter öffentlicher Park daraus (ganz bestimmt auch mit öffentliche Mitteln), der mit seinem alten Baumbestand als Oase für Ruhesuchende gern angenommen wird. Einer der Teilnehner erzählte aber, dass es für dieses Areal schon neue Eigentumsverhältnisse und Bebauungabsichten gibt. Als Parkretter.de hat sich eine Guppe zusammengefunden, die in Zukunft besser darauf achten will, dass öffentliche Parks nicht einfach in private Hände und zur Bebauung freigegeben werden, denn das geschieht ja immer ohne das Licht und die Zustimmung der Öffentlichkeit. Erst wenn Bagger anrücken und Bäume gefällt werden, wird das publik. Aber dann ist ja rein juristisch leider nichts mehr zu machen. Daher lohnt es sich, die vorhandenen Parks zu „bewachen“, was heißt Pettionen zu verfassen, Anfragen an die Stadtverwaltung zu stellen und die öffentlichen Interessen und besonders die der Anwohner und Nutzer in die Waagschale zu werfen. Dafür ist jeder gefragt, der nicht einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden will!

Der ansonsten sehr eng bewohnte Stadtteil Connewitz hat seinen Namen übrigens von der Pferdeweide, die einst hier vor den Toren der Stadt war.

Der Abend nahm noch lange kein Ende, denn so viele Themen mußten noch diskutiert werden, nämlich: Wie können sich die Bürger mehr einbringen, damit nicht die letzten Grünflächen im Stadtteil verkauft werden und verschwinden? Wie kann eine Mitsprache bei Bebauungsplänen erreicht werden? Wie können Flüchtlinge menschenwürdig im Wohngebiet untergebracht werden? Dazu wurde die Initiative „Connewitz für Geflüchtete“ gegründet. Um all dies zu besprechen war der Garten des „Black Label“ genau richtig, solange die donnernden Gewitterwolken sich noch nicht entleerten, aber dafür gab es ja dann noch die Innenräume des Pubs.

Spannender Tag, spannende Geschichten und viele Angebote, sich einzumischen und mitzugestalten! Weitere Führungen mit Diana, auch in anderen Stadtteilen gibt es  unter: http://leipziger-stadtteilexpeditionen.de

 

Wilde Orte in Connewitz III

Standard

Die geführte Tour durch das wilde Connewitz war so vielfältig, daß es mir sinnvoll erscheint, sie in mehrere Etappen zu unterteilen. Wir waren also am Kreuz, im KIMG_2199_wirschgarten und im Kino UT-Connewitz. Danach ging es die Wolfgang-Heinze-Straße stadtauswärts, vorbei an belebten Freisitzen bis zum Herderplatz. Da stand bis zum zweiten Weltkrieg die Herder-Schule. Auf dem Fundament entstand ein Park und später ein Spielplatz, der auch ein beliebter Treffpunkt wilder und bunter Jugendlicher ist und daher von Anwohnern und der Polizei ständig überwacht wird. Ob das nötig ist? Offensichtlich schürt es den Widerspruchsgeist der so observierten, die sich gegen den Generalverdacht auf nicht gerade sanfte Weise zur Wehr setzen. So entstehen Gewaltspiralen. Mehr Überwachung scheint mir keinesfalls das richtige Mittel für vertrauensvolles Miteinander in der Nachbarschaft.

Über stille Wege, vorbei an neuen Wohnhäusern kommen wir an einem weiteren grünen Platz vorbei und steigen die Treppe hinab zum „Kronen-Garten“. Das war früher der Garten der Brauerei Krone mit Freisitzen und einem ordentlichen Ballhaus zum Schwof. In den wilden Wendezeiten fanden in den übrig gebliebenen Mauern die ersten Techno-Partys statt. Hier ist also der Ursprungsort der bis heute legendären Distillery, die immer mal wieder auch vom heutigen Standort in der Kurt-Eisner-Straße vertrieben werden soll. Diana spielt ein Tondokument vor: eine damalige Besucherin erinnert sich an die Gepflogenheiten des Etablissements und an die Tricks, mit denen man den Einlass-Hünen überlisten konnte. Heute sind nicht mal mehr Grundmauern zu sehen. Der Park ist wild und schön, fast ein bisschen verwunschen.

Fortsetzung folgt!

Wilde Orte in Connewitz II-Kino

Standard

IMG_2190_wNach dem Kirschgarten ging es ein paar Meter die Straße hinunter zum hinteren Eingang des alten Kinos UT (steht für Union-Theater) Connewitz. Dies ist das älteste original erhaltene und noch in Betrieb befindliche Leipziger Lichtspielhaus und in seiner jetzigen Form seit 1912 Ort für Filmvorführungen. Daher ist es nicht verwunderlich, daß wir hier eine wilde Baustelle vorfinden.

Ich erinnere mich an Filme aus meiner Kinderzeit, wie „Serengeti darf nicht sterben“ oder die tollen DEFA- Indianerfilme mit Goijko Mittich, wie “ Die Söhne der großen Bärin“ und „Cingangook, die große Schlange“, als wäre es gestern gewesen.

Später, so Mitte der achtziger Jahre hatte ich in diesem Haus meine ersten Tage als frisch gebackene Kinoleiterin in der „Bezirksfilmdirektion Leipzig“ unter den Fittichen des damaligen Kinoleiters zu absolvieren. Ich lernte, wie die Filmplanung, der Kartenverkauf, die Abrechnung, die Mitarbeiterplanung und die Werbung funktionierte, bevor ich mein eigenes Haus, das „Kino der Jugend“ im Leipziger Osten übernehmen durfte. In dieser Zeit fühlte sich alles ziemlich trist an.

Jetzt erstrahlt bald das altehrwürdige Kino im alten originalen Glanz. Der Verein, der das Haus quasi gerettet und  gekauft hat, hat in den letzten Jahren mit einem anspruchsvollem Filmprogramm, vielen Live- Musik-Veranstaltungen und politischen Aktivitäten eine tolle Arbeit geleistet und es jetzt sogar geschafft, Mittel für die denkmalgerechte Sanierung zu ergattern.

Am 13.September soll zum Tag des offenen Denkmals alles fertig sein. Am Vorabend wird mit einem Konzert wieder eröffnet. Das gesamte Programm, sowie mehr Informationen zur Geschichte des Hauses gibt es hier: www.utconnewitz.de

Der Filmvorführer und langjährige Kinomitarbeiter Ralph Nünthel hat zur Geschichte Leipziger Kinos viel Material zusammengetragen und veröffentlicht. Leider sind die Bücher vergriffen.

IMG_2155_w IMG_2159_w IMG_2163_w IMG_2164_w IMG_2166_w IMG_2172_w IMG_2187_w IMG_2191_w IMG_2195_w IMG_2196_w